So stärkst du dein Selbstvertrauen in schwierigen Zeiten

By Beriwan

Du hast sicher folgende Situation selbst schon mal erlebt: Dir wiederfährt etwas Unangenehmes und wirft dich aus der Bahn. Um besser damit umzugehen, erzählst du es anderen Menschen. Du bekommst Zuspruch von deinen Mitmenschen und fühlst dich verstanden. Aber hat sich am Ende des Tages an deiner Lage wirklich etwas zum Positiven verändert? Oder fühlst du dich ausgelaugt und energielos?

Im Folgenden möchte ich dir einige Gedanken mit auf den Weg geben, die zeigen, wie du in schwierigen Zeiten mehr Selbstvertrauen aufbauen kannst. 

 

Deine grundlegende Lebenseinstellung

Doch bevor es losgeht, lass mich dir eine Frage stellen:

Mit welcher Brille betrachtest du das Leben? Hast du dich schon einmal gefragt, welche grundlegende Lebenseinstellung du hast? Stell dir vor, dass deine Lebenseinstellung eine Brille ist, die du trägst. Welche Art von Brille trägst du?

Trägst du die Brille mit dem Fensterglas, durch welches du deine Umgebung nahezu unverfälscht betrachten kannst? Trägst du die Brille mit den extra dunklen Scheiben, durch die du fast nichts mehr siehst und daher Kollisionen mit deinen Mitmenschen vorprogrammiert sind? Oder trägst du eine rosa Brille, durch die du alles (zwanghaft) positiv siehst? Oder trägst du eine ganz andere Brille?

Zu wissen, welche Brille du trägst, ist der erste Schritt, um – metaphorisch gesehen – sie ablegen, und bewusst entscheiden zu können, durch welche du in Zukunft sehen möchtest.

Besonders hilfreich ist es auch, wenn du in deiner eigenen Vergangenheit herumkramst und herausfindest, woher du die Brillen aufgesammelt hast. Denn all unsere Glaubenssätze stammen aus unserer Vergangenheit. Beispielsweise haben wir als Kinder oftmals schnell die Glaubenssätze unserer Eltern oder Lehrer übernommen.

 

Die richtige Frage

Wir machen alle jeden Tag verschiedenste Erfahrungen. Und meistens stammt unser Umgang mit Niederlagen aus unserer Kindheit. Die meisten von uns haben als Kinder zunächst geweint, wenn ihnen etwas Negatives widerfahren ist. Und das ist auch gut so, denn dadurch haben wir all die negativen Emotionen herausgelassen.

Jedoch nur die wenigsten von uns haben in ihrer Kindheit gelernt, sich die entscheidende Frage zu stellen, die ihr Selbstvertrauen auf lange Sicht verstärken kann. Stattdessen trösteten uns unsere Eltern und beteuerten uns oftmals, dass sich Alles wieder richten würde. Diese gut gemeinten Aussagen katapultieren uns automatisch in die Passivität.

Warum? Ganz einfach, weil uns dadurch das Gefühl suggeriert wurde: „Du musst nichts tun, denn alles wird ohne dein Zutun von selbst wieder gut.“

So lernten wir bereits in der Kindheit nicht, uns die eine wichtige Frage zu stellen, auf die es ankommt. Diese Frage lautet:„Was kannst du tun, um deine aktuelle Situation zu verbessern?“

Wenn du eine Niederlage erlebst, ist es sehr wichtig, dass du im ersten Schritt die aufkommenden negativen Emotionen an dich heranlässt. Versuche, die Situation in diesem Moment so zu akzeptieren, wie sie ist und die Emotionen zu fühlen, anstatt sie zu verdrängen.

Im zweiten Schritt solltest du dir die besagte Frage stellen. Damit verhinderst du, dass du dich in einer Opferrolle mit einer Never-Ending-Beschwerde-Story wiederfindest.

Beide Schritte sind wichtig. Wenn du den ersten Schritt außer Acht lässt, verdrängst du deine Emotionen. Verdrängtes aber sucht immer nach einem Weg, um nach Außen zu gelangen. Und wenn du den zweiten Schritt nicht befolgst, lernst du wenig Tiefgreifendes aus deiner Niederlage und wächst demnach auch nicht weiter!

Was kannst du tun, um deine aktuelle Situation zu verbessern?

Das fördernde Mindset

Alle Erfahrungen – egal ob positiv oder negativ – sind Lernaufgaben für dich. Nun liegt es an dir: Möchtest du dich vor den Aufgaben verschließen und in einer Opferhaltung verharren? Oder möchtest du an ihnen lernen und wachsen? Um deine Persönlichkeit zu entfalten. Und um schlussendlich das Leben zu leben, was du dir für dich selbst wünschst.

 

Wie klingen folgende Aussagen für dich?

  • Alles, was dir wiederfährt, stellt dir eine Möglichkeit zum Wachstum bereit.
  • Niederlagen sind nichts anderes als großartige Chancen, um mehr über dich selbst zu lernen, zu reifen und zu verstehen.
  • Glückliche Menschen sind nicht diejenigen, die krampfhaft positiv denken. Es sind nicht diejenigen, die ihre Emotionen verdrängen, sich ein künstliches Lächeln aufsetzen und weitermachen – so, als wäre nichts passiert. Vielmehr übernehmen sie Verantwortung für ihr Handeln.

Wenn sie eine Niederlage erleben, dann lassen sie ihren Emotionen freien Lauf. Sie weinen, schreien, schimpfen – auf begrenzte Zeit. Im nächsten Schritt werden sie aktiv. Sie suchen nach möglichen Lösungen und Auswegen. Indem sie beide Schritte durchführen, erlauben sie sich, ganzheitlich zu wachsen.

 

Niederlagen stärken dich

Mit jeder Niederlage, die du erlebst und die du zu deinen Gunsten erfolgreich meisterst, gewinnst du mehr Selbstvertrauen. In dich. In deine Kompetenzen. In deine Stärken. Du verstehst, dass du aus eigener Kraft dich aus schwierigen Situationen befreist. Das stärkt dich ungemein. Und es ist eine gute Prävention: Denn wenn du lernst, mit Niederlagen umzugehen, wirst du in Zukunft auch weniger ängstlich sein.

Du wirst Dinge viel eher anpacken und dich an sie herantrauen. Du wirst dich öfter fragen: Was kann mir schon passieren? Du hast ja in der Vergangenheit etliche Male bewiesen, dass die Niederlagen dir nichts antun können und du sogar gestärkt aus ihnen herausgehst.

 
Literaturangabe und Bildquellen

Kast, Verena (2014). Was wirklich zählt, ist das gelebte Leben. Die Kraft des Lebensrückblicks. Freiburg im Breisgau: Herder.

Jeffers, Susan (2017). Selbstvertrauen gewinnen. Die Angst vor der Angst verlieren. München: Kösel-Verlag.

Foto von Dave Contreras, auf unsplash.com

Foto von Alex Radelich, auf unsplash.com

 

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben 🙂

    1. Danke, liebste Jessi 🙂

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